Wie finde ich Kund:innen, nachdem ich meine Ausbildung fertig habe
Wie finde ich Kund:innen, nachdem ich meine Ausbildung fertig habe
Du hast Deine systemische Coaching-Ausbildung abgeschlossen. Ein großer Schritt, der viel Energie und Engagement gekostet hat. Und jetzt stehst Du da – mit all dem Wissen, den Methoden und der Haltung, aber auch mit der Frage: Wie finde ich eigentlich Kund:innen? Wie komme ich in Kontakt mit den Menschen, die von meinem Angebot profitieren könnten? Diese Frage kenne ich gut, sie beschäftigt viele, die neu starten. Und sie ist komplexer, als sie auf den ersten Blick scheint.
Ich möchte Dich einladen, diese Herausforderung gemeinsam mit mir zu betrachten – nicht als eine Aufgabe, die Du schnell abhaken musst, sondern als einen Prozess, der mit Dir und Deinem Verständnis von Coaching wächst. Dabei geht es nicht um schnelle Rezepte oder Marketingtricks, sondern um ein genaues Hinschauen, Beobachten und Verstehen. Denn Kund:innen finden heißt immer auch, sich selbst als Coach und die eigene Positionierung klarer zu sehen.
Will ich Kund:innen suchen oder soll ich gefunden werden?
Das ist die erste Unterscheidung, die ich mit Dir teilen möchte, weil sie den Blick auf die ganze nächste Zeit verändert: Willst Du aktiv Kund:innen suchen? Oder möchtest Du, dass Kund:innen Dich finden? Beide Wege sind legitim, aber sie verlangen unterschiedliche Herangehensweisen und Ressourcen.
Wenn Du Kund:innen suchst, bedeutet das, Du gehst raus in die Welt, Du suchst Orte, an denen Deine potenziellen Kund:innen sind, und Du bietest ihnen Dein Angebot an. Das ist ein aktives Tun, das viel Energie und auch Geduld braucht. Du musst wissen, wo Du suchen willst, mit wem Du arbeiten möchtest, und wie Du Deine Botschaft so formulierst, dass sie gehört wird.
Wenn Du hingegen möchtest, dass Kund:innen Dich finden, dann geht es darum, sichtbar zu sein – mit einer klaren Positionierung, mit Inhalten, die Deine Zielgruppe ansprechen, und mit einer Präsenz, die Vertrauen aufbaut. Das ist eher ein Prozess des Einladens und der Verfügbarkeit. Du gestaltest Räume, in denen Menschen sich wiederfinden, wenn sie nach einer Lösung suchen.
Beide Wege brauchen Zeit, Geduld und das bewusste Einsetzen Deiner Ressourcen – sei es Zeit, Geld oder Energie. Die Frage ist also nicht, welcher Weg besser ist, sondern welcher zu Dir passt und wie Du ihn gestalten kannst.
Wo liegt mein Schlüssel? – Die Suche nach der richtigen Kund:innengruppe
Wenn Du Dich entscheidest, aktiv Kund:innen zu suchen, dann hilft Dir eine systemische Unterscheidung, die ich oft benutze: Wo liegt Dein Schlüssel? Wo musst Du hingehen, um die Menschen zu finden, für die Dein Angebot relevant ist?
Das setzt voraus, dass Du Deine Zielgruppe genau kennst. Willst Du mit Privatpersonen arbeiten? Oder mit Unternehmen? Wenn ja, in welcher Branche und welcher Größe? Suchst Du im sozialen Bereich, im öffentlichen Sektor oder bei Non-Profit-Organisationen? Jede dieser Gruppen hat eigene Strukturen, eigene Sprache, eigene Zugänge.
Nehmen wir ein Beispiel: Du möchtest mit Handwerksbetrieben in Deiner Region arbeiten. Dann ist die Frage: Welche Handwerksbetriebe gibt es hier? Schreiner, Dachdecker, Sanitärbetriebe? Wo findest Du diese Informationen? Welche Verbände, Kammern, Netzwerke gibt es? Und wie kannst Du dort sichtbar werden?
Diese Differenzierung ist wichtig, weil sie Dir hilft, Deine Energie zielgerichtet einzusetzen. Wenn Du versuchst, alle anzusprechen, wirst Du Dich verzetteln und niemanden wirklich erreichen. Wenn Du aber genau weißt, wo Dein Schlüssel liegt, kannst Du Deine Botschaft passgenau formulieren und dort präsent sein, wo sie gehört wird.
Wie sprechen meine Kund:innen? – Die Sprache der Probleme verstehen
Du hast also eine Vorstellung davon, wen Du ansprechen willst. Jetzt geht es darum, Dich in die Sprache Deiner potenziellen Kund:innen hineinzuversetzen. Wie sprechen sie über ihre Herausforderungen? Welche Worte benutzen sie? Welche Probleme bewegen sie wirklich?
Das ist eine Frage, die oft unterschätzt wird. Ich habe erlebt, wie Coaches ihre Angebote in einer Fachsprache formulieren, die ihre Kund:innen nicht verstehen oder die an ihren Bedürfnissen vorbeigeht. Dabei ist es entscheidend, dass Du die Probleme so benennst, wie sie Deine Kund:innen wahrnehmen.
Hier hilft es, genau hinzuhören und zu beobachten. Welche Fragen stellen Menschen in Foren oder sozialen Medien? Was suchen sie bei Google oder in ChatGPT? Wie formulieren sie ihre Unsicherheiten, ihre Wünsche, ihre Konflikte? Wenn Du diese Sprache findest, kannst Du Deine Website, Deine Blogartikel oder Deine Flyer so gestalten, dass sie als Antwort auf genau diese Fragen wahrgenommen werden.
Das ist ein Perspektivwechsel, der viel Klarheit bringt: Nicht Du bist der Experte, der sein Angebot präsentiert, sondern Du bist die Person, die auf die Sprache und die Bedürfnisse ihrer Kund:innen eingeht.
Was passiert, wenn ich mich nicht positioniere? – Die Gefahr des „Alles für alle“
Ein Thema, das ich immer wieder beobachte, ist die Angst vor der Positionierung. Viele Coaches wollen „alles machen“ und „für alle da sein“, weil sie niemanden ausschließen wollen oder weil sie unsicher sind, wer genau ihre Zielgruppe ist.
Systemisch betrachtet ist das eine Haltung, die Dich in eine paradoxe Situation bringt: Wenn Du versuchst, alle anzusprechen, erreichst Du niemanden wirklich. Deine Botschaft wird diffus, und potenzielle Kund:innen können sich nicht wiederfinden. Das führt oft zu Frustration und dem Gefühl, „keine Kund:innen zu finden“.
Hier lädt Dich die systemische Haltung ein, Dich zu unterscheiden: Wer bist Du als Coach? Für wen bist Du da? Welche Themen und Kontexte liegen Dir wirklich? Diese Klarheit ist kein Ausschluss, sondern eine Einladung, Dich authentisch zu zeigen und mit den Menschen in Kontakt zu kommen, die Dich wirklich brauchen.
Wie kann ich meine Ressourcen klug einsetzen? – Zeit, Energie und Geld im Blick behalten
Die Suche nach Kund:innen ist kein Sprint, sondern ein Prozess, der Zeit braucht. Gleichzeitig stehen Dir begrenzte Ressourcen zur Verfügung: Deine Zeit, Deine Energie und oft auch ein Budget für Marketingmaßnahmen.
Hier ist es hilfreich, genau hinzuschauen, wie Du diese Ressourcen einsetzt. Wo kannst Du mit wenig Aufwand viel Wirkung erzielen? Wo lohnt es sich, Zeit zu investieren, um langfristige Beziehungen aufzubauen? Wo brauchst Du Unterstützung, zum Beispiel durch Netzwerke oder Kooperationspartner?
Eine systemische Perspektive lädt Dich ein, nicht nur nach außen zu schauen, sondern auch Deine eigenen Grenzen und Bedürfnisse zu achten. Wo fühlst Du Dich wohl? Wo kannst Du authentisch sein? Wie kannst Du die Suche nach Kund:innen so gestalten, dass sie zu Dir passt und Dich nicht auslaugt?
Reflexionsfragen für Dich
- Welche Kund:innengruppe möchte ich wirklich ansprechen, und warum?
- Wo liegen die Schlüssel, um diese Menschen zu finden?
- Wie sprechen meine potenziellen Kund:innen über ihre Herausforderungen?
- Welche Ressourcen habe ich, und wie kann ich sie klug einsetzen?
- Wie fühlt sich für mich der Weg an: aktiv suchen oder gefunden werden?
Konkrete nächste Schritte
- Definiere Deine Zielgruppe so konkret wie möglich. Schreibe auf, mit wem Du arbeiten möchtest und welche Themen Dir wichtig sind.
- Recherchiere, wo diese Menschen zu finden sind: Welche Netzwerke, Verbände, Veranstaltungen gibt es?
- Höre genau hin, wie Deine Zielgruppe spricht. Nutze Online-Plattformen, Foren oder Gespräche, um die Sprache und die Probleme zu verstehen.
- Gestalte Deine Kommunikation so, dass sie auf diese Sprache eingeht – auf Deiner Website, in Deinen Texten und bei persönlichen Begegnungen.
- Überlege, wie Du Deine Zeit und Energie einteilen willst: Wann gehst Du aktiv auf Menschen zu, wann bist Du präsent, um gefunden zu werden?
Du suchst systemische Begleitung für Deinen Start als Coach?
In einem 15-minütigen kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, wo Du gerade stehst, was für Dich im Moment sinnvoll ist und ob eine Zusammenarbeit für uns beide passt.
Herzliche Grüße,
Vera
Nächster Schritt
Ich bin Vera, systemische Lehrcoach iA und systemische Coach und helfe systemischen Coaches beim Businessaufbau in den ersten Monaten und darüber hinaus. Wenn Du Unterstützung suchst, lade ich Dich herzlich zu einem kostenlosen 15-minütigen Erstgespräch ein. Gemeinsam schauen wir, wo Du gerade stehst und wie Du Deinen Weg gestalten kannst.
Häufig gestellte Fragen
Wie finde ich Kund:innen nach meiner Coaching-Ausbildung?
Indem Du Deine Zielgruppe genau definierst, ihre Sprache verstehst, Dich klar positionierst und Deine Ressourcen gezielt einsetzt – entweder aktiv suchend oder sichtbar werdend.
Soll ich Kund:innen aktiv suchen oder darauf warten, gefunden zu werden?
Beide Wege sind legitim. Die Wahl hängt von Deinen Ressourcen und Deiner Persönlichkeit ab. Aktiv suchen erfordert Energie und Geduld, gefunden werden setzt eine klare Positionierung und Sichtbarkeit voraus.
Warum ist die Positionierung so wichtig?
Ohne klare Positionierung erreichst Du niemanden gezielt, Deine Botschaft wird diffus und potenzielle Kund:innen können sich nicht wiederfinden.
Wie finde ich die richtige Sprache für meine Kund:innen?
Indem Du genau zuhörst, welche Worte und Probleme Deine Zielgruppe in Foren, sozialen Medien oder Suchanfragen verwendet und Deine Kommunikation darauf abstimmst.
Wie kann ich meine Ressourcen effektiv nutzen?
Indem Du Deine Zeit, Energie und Budget bewusst einsetzt, auf langfristige Beziehungen setzt und Dir Unterstützung durch Netzwerke oder Partner holst.
Was sind erste konkrete Schritte zur Kund:innenfindung?
Zielgruppe definieren, relevante Netzwerke recherchieren, Sprache der Kund:innen verstehen, Kommunikation anpassen und Ressourcen planen.