Abstraktes Bild mit der Frage: Welches Honorar soll ich nehmen, wenn ich die Ausbildung fertig habe, aber trotzdem noch zu wenig Erfahrung?

Welches Honorar soll ich nehmen, wenn ich die Ausbildung fertig habe, aber trotzdem noch zu wenig Erfahrung?


Welches Honorar soll ich nehmen, wenn ich die Ausbildung fertig habe, aber trotzdem noch zu wenig Erfahrung habe

Du hast die Ausbildung zum systemischen Coaching abgeschlossen. Herzlichen Glückwunsch! Ein wichtiger Schritt ist geschafft. Doch jetzt stehst Du da und fragst Dich: Wie viel darf ich eigentlich verlangen? Ich habe die Ausbildung, ich habe das Wissen, aber ich fühle mich noch unerfahren. Bin ich wirklich schon „wertvoll“ genug, um ein Honorar zu nehmen, das meinem Anspruch entspricht? Oder sollte ich mich eher kleinhalten, um Kund:innen nicht zu verschrecken? Diese inneren Spannungen kenne ich gut – sie sind Teil eines Übergangs, einer Schwelle, an der viele Neulinge stehen. Und genau hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Ich lade Dich ein, mal ganz konkret zu beobachten: Was hat sich in Dir verändert, seit Du mit der Ausbildung angefangen hast? Was konntest Du damals, was kannst Du jetzt? Oft sind wir so nah dran an uns selbst, dass wir den eigenen Fortschritt kaum wahrnehmen. Aber wenn Du zurückblickst, wirst Du sehen: Du bist gewachsen. Du hast nicht nur Wissen aufgenommen, sondern auch geübt, reflektiert, ausprobiert. Du hast Dich mit anderen ausgetauscht, bist in die Praxis gegangen und hast erste Erfahrungen gesammelt – auch wenn es Dir vielleicht noch nicht so vorkommt. Diese Entwicklung legitimiert ein Honorar, das Deiner neuen Rolle entspricht.


Warum die Ausbildung allein schon eine Schwelle ist

Lass uns mal einen Perspektivwechsel machen: Stell Dir vor, Du hast eine handwerkliche Ausbildung abgeschlossen – sagen wir, als Industriemechaniker:in oder Einzelhandelskauffrau. Wenn Du danach in einen Betrieb übernommen wirst, bekommst Du automatisch ein höheres Gehalt, auch wenn Du noch nicht viel Erfahrung hast. Warum? Weil die Ausbildung eine Qualifikation ist, die Deine Rolle verändert. Du bist nicht mehr die Person, die gerade anfängt, sondern jemand, der eine formale Schwelle überschritten hat. Das allein ist ein Wert, der honoriert wird.

Übertrage das auf Deine Coachingausbildung: Du hast Monate, vielleicht ein Jahr oder mehr, systematisch gelernt, Dich mit komplexen Themen auseinandergesetzt und Deine Kompetenz erweitert. Das ist eine Leistung, die Du Dir selbst zugestehen darfst. Du bist jetzt ausgebildete:r systemische:r Coach – auch wenn Du Dich noch als Anfänger:in fühlst. Das ist ein Unterschied zwischen Person und Rolle, den es zu erkennen gilt. Deine Rolle als Coach ist jetzt eine andere, und das hat Einfluss auf Dein Honorar.


Wie Du einen angemessenen Preispunkt findest, ohne Dich zu unter- oder überschätzen

Jetzt stellt sich die Frage: Wie finde ich einen konkreten Preis? Hier ist eine wichtige Unterscheidung: Beobachtung versus Bewertung. Beobachte, was im Markt üblich ist, welche Preise andere Coaches mit vergleichbarer Qualifikation nehmen. Gleichzeitig beobachte auch Deine eigenen Bedürfnisse: Was brauchst Du, um Deinen Lebensunterhalt zu bestreiten? Welche Lebensqualität möchtest Du Dir ermöglichen? Diese beiden Perspektiven gilt es miteinander in Beziehung zu setzen.

Ich empfehle Dir, einen Preispunkt zu wählen und ihn einfach auszuprobieren – ohne ihn zu verteidigen oder zu rechtfertigen. Sag zum Beispiel: „Für die Dreiviertelstunde nehme ich 120 Euro.“ Und dann beobachte: Wie reagiert Deine Kundschaft? Gibt es Widerstand? Oder melden sich die richtigen Menschen bei Dir? Wenn niemand etwas sagt, ist das oft ein Zeichen, dass der Preis eher zu niedrig ist. Wenn der Preis zu hoch erscheint, wirst Du das auch spüren – und das ist eine wertvolle Rückmeldung.


Was bedeutet es, mit dem Honorar zu experimentieren?

Das Experimentieren mit dem Honorar ist ein Lernprozess. Es geht nicht darum, sofort den „richtigen“ Preis zu finden, sondern darum, in Kontakt zu kommen – mit Dir selbst, mit Deiner Kundschaft und mit dem Markt. Wie fühlt es sich an, Deinen Preis zu nennen? Welche inneren Stimmen melden sich? Welche Gedanken und Gefühle entstehen? Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen und sich selbst zu beobachten.

Vielleicht entdeckst Du, dass Du den Preis zu niedrig angesetzt hast, weil Du Angst hast, abgelehnt zu werden. Oder Du merkst, dass Du Dich unter Wert verkaufst, weil Du Deine eigene Kompetenz noch nicht vollständig anerkennst. Diese Reflexionen helfen Dir, Dich weiterzuentwickeln und Deine Haltung zum Honorar zu klären. Gleichzeitig lernst Du, wie Du mit Kund:innen darüber sprechen kannst – ohne Dich zu rechtfertigen, sondern aus einer klaren Haltung heraus.


Wie Du mit der Spannung zwischen „zu wenig Erfahrung“ und „angemessenem Honorar“ umgehen kannst

Es ist normal, dass Du Dich unsicher fühlst, wenn Du frisch aus der Ausbildung kommst. Erfahrung entsteht nicht über Nacht, sondern durch Praxis, Reflexion und kontinuierliches Lernen. Diese Spannung zwischen dem Wunsch, angemessen honoriert zu werden, und dem Gefühl, noch nicht genug Erfahrung zu haben, ist ein typisches Dilemma.

Hier hilft es, die Unterscheidung zwischen Rolle und Person zu nutzen: Deine Rolle als ausgebildete:r Coach hat einen Wert, unabhängig davon, wie Du Dich persönlich fühlst. Gleichzeitig ist es wichtig, die eigene Entwicklung ernst zu nehmen und nicht zu erwarten, sofort alles perfekt zu können. Das Honorar kann auch ein Instrument sein, um diese Entwicklung zu begleiten – indem Du es mitwachsend gestaltest. Du kannst heute mit einem Einstiegspreis starten und ihn später anheben, wenn Du mehr Erfahrung gesammelt hast.


Reflexionsfragen für Dich

  • Was hat sich in meiner Kompetenz und Haltung seit Beginn der Ausbildung verändert?
  • Wie erlebe ich die Spannung zwischen meiner persönlichen Unsicherheit und meiner professionellen Rolle?
  • Welche Bedürfnisse habe ich in meinem Leben, die mein Honorar abdecken soll?
  • Wie reagiert meine Kundschaft, wenn ich mein Honorar nenne? Welche Rückmeldungen bekomme ich?
  • Wie kann ich mein Honorar als Teil meines Lern- und Entwicklungsprozesses verstehen?

Konkrete nächste Schritte

  1. Schreibe auf, was Du in Deiner Ausbildung gelernt hast und welche Kompetenzen Du jetzt hast.
  2. Recherchiere, welche Honorare in Deinem Markt üblich sind – orientiere Dich an Coaches mit ähnlicher Qualifikation.
  3. Wähle einen konkreten Preispunkt (z. B. 120 Euro für 45 Minuten) und nenne ihn bei Deinem nächsten Gespräch klar und ohne Rechtfertigung.
  4. Beobachte, wie die Kund:innen reagieren, und notiere Deine eigenen Gefühle und Gedanken dazu.
  5. Reflektiere regelmäßig: Was kannst Du aus den Reaktionen lernen? Wie möchtest Du Deinen Preis weiterentwickeln?

Was Du jetzt tun kannst

Ich lade Dich ein, diesen Schritt bewusst zu gehen. Erlaube Dir, Deinen Wert anzuerkennen – auch wenn Du Dich noch in der Entwicklung befindest. Dein Honorar ist ein Ausdruck Deiner Rolle als systemische:r Coach, nicht nur Deiner Erfahrung. Wenn Du magst, begleite ich Dich gerne auf diesem Weg. In einem persönlichen Termin können wir gemeinsam Deine Haltung zum Honorar klären, Deine Fragen besprechen und konkrete Strategien entwickeln. Melde Dich gern, wenn Du Interesse hast. Es gibt keinen Druck, nur Raum für Deine Entwicklung.

Ich wünsche Dir Mut und Klarheit auf Deinem Weg.


Nächster Schritt

Ich lade Dich herzlich ein, Deinen Wert als systemische:r Coach anzuerkennen und Deinen individuellen Weg zu gehen. Vereinbare jetzt einen persönlichen Termin, um Deine Haltung zum Honorar zu klären und konkrete Strategien zu entwickeln.

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Warum ist die Ausbildung eine wichtige Schwelle für die Honorarbestimmung?

Die Ausbildung qualifiziert Dich formal als Coach und verändert Deine Rolle, was einen Wert darstellt, der honoriert wird, auch wenn Du noch wenig Erfahrung hast.

Wie finde ich einen angemessenen Preispunkt für mein Coaching?

Beobachte die Marktpreise und Deine eigenen Bedürfnisse, wähle einen Preis und probiere ihn aus, um Rückmeldungen von Kund:innen zu erhalten.

Was bedeutet es, mit dem Honorar zu experimentieren?

Es ist ein Lernprozess, bei dem Du Deine Haltung zum Preis reflektierst und lernst, wie Du mit Kund:innen darüber sprichst, ohne Dich zu rechtfertigen.

Wie gehe ich mit der Unsicherheit um, wenn ich wenig Erfahrung habe?

Erkenne den Wert Deiner Rolle als Coach unabhängig von Deiner persönlichen Unsicherheit und gestalte Dein Honorar mitwachsend entsprechend Deiner Entwicklung.

Welche nächsten Schritte helfen mir bei der Honorarfindung?

Dokumentiere Deine Kompetenzen, recherchiere Marktpreise, wähle einen Preispunkt, beobachte Kund:innenreaktionen und reflektiere regelmäßig Deine Preisgestaltung.

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