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Brauche ich AGBs als Coach?


Brauche ich AGBs als systemische Coach

Als systemische Coachin stehe ich immer wieder vor der Frage, wie ich meine Arbeit professionell und zugleich authentisch gestalten kann. Dabei stolpere ich oft über Themen, die nicht unmittelbar mit dem Coaching selbst zu tun haben, sondern mit der Rahmenbedingungen – etwa die Frage: Brauche ich eigentlich Allgemeine Geschäftsbedingungen, kurz AGBs?

Diese Frage ist keine theoretische Spielerei, sondern eine praktische Herausforderung, die mich selbst lange begleitet hat. Am Anfang meiner Tätigkeit habe ich keine AGBs verwendet. Ich war überzeugt, dass klare Absprachen im Gespräch ausreichen. Doch mit der Zeit zeigte sich, dass diese Haltung an Grenzen stößt. Ich möchte dich einladen, mit mir gemeinsam zu reflektieren, warum AGBs für uns als Coaches mehr sind als nur ein juristisches Detail.


Warum reichen mündliche Absprachen nicht aus?

Ich erinnere mich an Situationen, in denen ich klare mündliche Vereinbarungen getroffen hatte – etwa über den Preis oder die Dauer einer Sitzung. Und doch kam es vor, dass Klient:innen im Nachhinein überrascht waren über die Rechnung. „Das ist ja das Doppelte von dem, was ich erwartet habe“, hörte ich dann. Dabei war der Preis vorher klar kommuniziert worden: 45 Minuten kosten X Euro, 90 Minuten also das Doppelte. Trotzdem schien diese einfache Rechnung nicht immer aufzugehen.

Diese Erfahrung zeigt, wie leicht wir in der Kommunikation an Grenzen stoßen. Wer, wenn nicht Systemiker:innen wissen, dass Kommunikation nicht nur den Austausch von Informationen ist, sondern auch immer Interpretation und Konstruktion von Wirklichkeit, von Beziehung beeinflusst ist und so weiter. Was für mich klar ist, kann für mein Gegenüber anders wahrgenommen werden. Hier hilft es, die Unterscheidung zwischen Beobachtung und Bewertung zu machen: Ich beobachte eine Preisangabe, die andere denkt sich seinen Teil, versteht sie vielleicht anders, missversteht sie etc.

Wenn wir diese Differenz nicht systematisch adressieren, entstehen Missverständnisse, die im Coachingprozess nichts zu suchen haben. Denn Coaching lebt von Klarheit und Vertrauen. Deshalb habe ich begonnen, meine Bedingungen schriftlich festzuhalten und mir die Zustimmung dazu bestätigen zu lassen. So wird aus einer subjektiven Wahrnehmung eine geteilte Vereinbarung.


Wie schaffen AGBs Klarheit und Verbindlichkeit, ohne die Beziehung zu belasten?

AGBs klingen für viele erst einmal nach trockener Bürokratie. Ich selbst hatte anfangs Bedenken, ob das nicht zu formal wirkt und die Beziehung zum Klienten belastet. Doch für mich hat sich gezeigt: Es geht nicht darum, einen Vertrag zu diktieren, sondern um Transparenz und gegenseitiges Verständnis.

Ich habe meine AGBs so formuliert, dass sie den Rahmen meiner professionellen Leistung beschreiben: Was kostet eine Sitzung? Wie lange dauert sie? Wie gehe ich mit Verschiebung um? Was passiert, wenn der Termin nicht eingehalten wird? Diese Punkte sind nicht willkürlich, sondern resultieren aus meiner Erfahrung und dem Bedürfnis, sowohl mich als auch meine Klient:innen zu schützen.

Die Klarheit schafft eine gemeinsame Struktur, die Raum für das eigentliche Coaching lässt. Wenn die Bedingungen transparent sind, können wir uns auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren, ohne im Hintergrund Unsicherheiten oder unangenehme Überraschungen.

Dabei ist es für mich wichtig, die Zustimmung zu den AGBs schriftlich zu dokumentieren. Das ist kein Akt des Misstrauens, sondern eine bewusste Vereinbarung, die beiden Seiten Sicherheit gibt. Es ist ein Perspektivwechsel: Nicht nur ich setze Regeln, sondern wir vereinbaren gemeinsam, wie unsere Zusammenarbeit gestaltet wird.


Welche inneren Spannungen tauchen bei der Einführung von AGBs auf?

Vielleicht spürst du beim Lesen eine innere Spannung: Einerseits willst du professionell auftreten und deine Arbeit schützen. Andererseits möchtest du flexibel bleiben und keine Distanz zu deinen Klient:innen schaffen. Diese Ambivalenz ist normal und zeigt sich bei vielen Coaches. Mein Ansatz ist, dass Klarheit keine Distanz schafft. Sondern einen transparenten Rahmen, in dem sich meine Arbeit bewegt.

Hier hilft ein systemisches Verständnis: Die Rolle als Coach ist nicht identisch mit deiner Person. Du kannst dich in deiner Rolle für klare Rahmenbedingungen entscheiden, ohne dass das deine Persönlichkeit oder deine Haltung einschränkt. Es geht um eine Struktur, die das Coaching ermöglicht und schützt, nicht um eine starre Regel, die dich einengt.

Auch die Unterscheidung zwischen Struktur und Verhalten ist hilfreich: Die AGBs sind Teil der Struktur deiner Arbeit. Dein Verhalten im Gespräch bleibt persönlich, empathisch und flexibel. Die Struktur schafft den sicheren Rahmen, innerhalb dessen dein Verhalten wirksam sein kann.

Reflektiere für dich: Welche Gedanken und Gefühle kommen auf, wenn du an AGBs denkst? Welche Befürchtungen hast du? Welche Bedürfnisse möchtest du damit erfüllen? Diese Selbstreflexion hilft dir, deinen eigenen Weg zu finden.


Wie kannst du AGBs gestalten, damit sie zu dir passen?

AGBs müssen nicht kompliziert oder lang sein. Sie sollten klar und verständlich formuliert sein – so, dass deine Klient:innen sie wirklich verstehen können. Ich habe meine AGBs so geschrieben, dass sie die wichtigsten Punkte enthalten, ohne juristischen Fachchinesisch.

Dazu gehören bei mir klare Angaben zu Preisen, Absagefristen und Datenschutz. Zum Beispiel: Absagen bis 48 Stunden vorher sind kostenfrei, danach berechne ich 50 % des Honorars, bei kurzfristigen Absagen sogar den vollen Satz. Diese Regelungen habe ich aus der Praxis entwickelt, um Verbindlichkeit zu schaffen und gleichzeitig fair zu bleiben.

Wichtig ist, dass du deine AGBs vor dem ersten Termin verschickst und dir die Zustimmung schriftlich bestätigen lässt. So gibt es keine Unklarheiten und du kannst dich auf deine Arbeit konzentrieren.

Frage dich: Welche Bedingungen sind für dich wichtig? Was brauchst du, um dich in deiner Rolle sicher zu fühlen? Wie kannst du deine AGBs so gestalten, dass sie deine Haltung widerspiegeln und gleichzeitig professionell sind?


Was kannst du jetzt konkret tun?

Wenn du bisher ohne AGBs arbeitest, lade ich dich ein, diesen Schritt zu reflektieren und zu planen. Hier ein paar Anregungen für deine nächsten Schritte:

  1. Schreibe auf, welche Rahmenbedingungen dir wichtig sind: Preise, Absagen, Datenschutz, Leistungsumfang.
  2. Formuliere deine AGBs in einfacher Sprache – so, dass du sie selbst klar verstehst.
  3. Überlege, wie du deine Klient:innen über die AGBs informierst und wie du ihre Zustimmung dokumentierst.
  4. Probiere aus, die AGBs vor dem ersten Termin zu verschicken und sie dir schriftlich gegenzeichnen zu lassen per Mail.
  5. Informiere Dich, z.B. im Internet bei Rechtskanzleien, welche Anforderungen es an AGB gibt.

Diese Schritte sind kein starres Rezept, sondern eine Einladung zur bewussten Gestaltung deiner professionellen Praxis. Es geht darum, Klarheit zu schaffen, die dir und deinen Klient:innen Sicherheit gibt.


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Herzliche Grüße,
Vera


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Brauche ich als systemische Coachin unbedingt AGBs?

AGBs sind keine Pflicht, aber sie schaffen Klarheit und Verbindlichkeit, die mündliche Absprachen oft nicht leisten können.

Warum reichen mündliche Absprachen im Coaching nicht aus?

Mündliche Absprachen können zu Missverständnissen führen, da Kommunikation immer auch Interpretation ist und Erwartungen unterschiedlich wahrgenommen werden.

Wie können AGBs die Beziehung zum Klienten belasten?

AGBs können formal wirken, aber wenn sie transparent und verständlich formuliert sind, stärken sie das gegenseitige Verständnis und belasten die Beziehung nicht.

Welche inneren Spannungen können bei der Einführung von AGBs entstehen?

Coaches können zwischen dem Wunsch nach Professionalität und dem Bedürfnis nach Flexibilität und Nähe zu Klienten hin- und hergerissen sein.

Wie sollten AGBs gestaltet sein, damit sie zu mir passen?

AGBs sollten klar, verständlich und praxisnah formuliert sein, wichtige Punkte wie Preise, Absagefristen und Datenschutz enthalten und vor dem ersten Termin kommuniziert werden.

Was kann ich konkret tun, wenn ich bisher ohne AGBs arbeite?

Du kannst deine Rahmenbedingungen aufschreiben, AGBs in einfacher Sprache formulieren, die Zustimmung deiner Klienten dokumentieren und die AGBs vor dem ersten Termin verschicken.

Wie kann ich Unterstützung beim Start als Coach bekommen?

Du kannst ein kostenloses 15-minütiges Erstgespräch mit Vera buchen, um deinen aktuellen Stand zu reflektieren und mögliche Zusammenarbeit zu besprechen.

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